Manlik erneut ADAC-Vorsitzender
Von Ernst-Johann Zauner
Reinhard Manlik ist erneut zum Vorsitzen-den des ADAC Nieder-sachsen/ Sachsen-Anhalt gewählt worden. Mit Ulrich Krämer wurde ein zweiter Braunschweiger in den Vorstand des Vereins wiedergewählt. Krämer ist Vorstandsmitglied für Technik.
Manlik ist Vorsitzender des mitgliederstarken (rd. 800) Motorsportclubs der Polizei (MSC), Krämer des Autosport- und Oldtimerclubs Harz/Heide (ASOC), der gut 120 Mitglieder zählt.
Schon im Vorfeld der Wahl soll es zu einer "Schlammschlacht" mit anonymen Briefen verleumderischen Inhalts gekommen sein. Als einer der Initiatoren wird der Ehrenvorsitzende des Verbandes, Eberhard Tegtmeyer, genannt, der aus seiner Gegnerschaft zu Manlik keinen Hehl macht. Tegtmeyer unterstützte die Hannoversche Initiative "Fit für die Zukunft", die erst im vergangenen Moment ihren Gegenkandidaten präsentiert hatte: Karl-Wilhelm Veigt, den Vorsitzenden des Marketingverbandes "Pro Hannover Region".
Eine Delegierte: "Die wollten den kompletten Vorstand kippen." Doch gegen die Macht der Ortsclubs kam die Initiative mit ihren etwa 150 Einzelstimmen nicht an. Der Versuch scheiterte.
Tegtmeyer versuchte, Stimmung gegen Manlik zu machen, in dem er unter anderem aus einem anonymen Brief zitierte, der der angeblich von einem Angestellten des ADAC stammen sollte. Der Inhalt: Die Mitarbeiter wollten Manlik loswerden. Das rief den Betriebsratsvorsitzenden ans Rednerpult, der ob dieser Aussage sein Befremden bekundete.
Zwischenrufe aus dem Saal forderten Tegtmeyer auf, die Bühne zu räumen. Auch der Sprecher der Initiative "Fit für die Zukunft", der ehemalige Hannoversche Polizeidirektor Erhard Klein, warf Manlik u.a. die Entlassung des ADAC-Geschäftsführers Spengler wegen angeblich überhöhter Bonuszahlungen vor. Klein konnte seine Rede allerdings nicht beenden, da ihn einerseits "Aufhören"-Rufe, anderseits der Veranstaltungsleiter stoppten.
Manlik: "Ich finde bedauerlich, dass sich der Diskussionsleiter in diesem Punkt formaljuristisch an die Geschäftsordnung gehalten hat."
Nach der tumultartigen Versammlung wurde Manlik mit 4763 der 5359 Stimmen gewählt. Sein Hannoveraner Gegenkandidat erhielt 553 Stimmen. Technikvorstand Ulrich Krämer ist bei 63 Gegenstimmen wiedergewählt worden.
Manlik: "Wenn der Ehrenvorsitzende Tegtmeyer nur ein wenig Anstand hätte, träte er bei offiziellen ADAC-Veranstaltungen nicht mehr auf. Er hat dem ADAC geschadet."
Braunschweiger Zeitung, 05.04.2005
